AUSZUG Vor rund 600 Jahren wurden in China banknotenähnliche Papierscheine ausgegeben, vor etwa 300 Jahren erreichten diese Belege auch Europa. Die Begriffe Banknote und Geldschein werden oft als Synonym gebraucht. Für uns Sammler gibt es jedoch weitgehende Unterschiede in Bezug auf die Materialien aus denen die Banknoten hergestellt wurden. In Kriegszeiten, in denen Mangel an bestimmten Materialien herrschte, wurde oft auf andere zurückgegriffen. So kamen auch Leder, Pappe, Textilien ( Seide, Kattun, Leinen, Jute, Samt ), Pergament, Holz, Aluminium oder Zelluloid zur Herstellung von Banknoten oder Geldscheinen zum Einsatz. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Kreditkarte aus Plastik eingeführt und es begannen Diskussionen, ob dieses Material nicht auch für Banknoten geeignet sei. Im Vordergrund stand immer der Hauptaspekt, die Lebensdauer einer Banknote zu verlängern um Kosten zu sparen. Erste Versuche mit plasteähnlichen Materialien begannen in den 80íger Jahren mit Tyvek , auch bekannt unter dem Begriff „Japanpapier“. In Frage kommende Druckereien für diese Art Banknoten waren ABNC = American Bank Note Company und BWC = Bradbury / Wilkinson an Company. Die Stärken von Tyvek sind, besonders leicht, reißfest, umweltfreundlich, und wasserabweisend zu sein sowie eine lange Lebensdauer zu haben. Jedoch die ersten Versuche Banknoten in Tyvek herzustellen, misslungen. An den Faltstellen, die jede Banknote während ihrer Lebensdauer bekommt, blätterte die Druckfarbe ab. Weiterhin war es schwierig irgendwelche Sicherheitsmerkmale als Fälschungssicherheit einzubringen. Wie zum Beispiel sollte man in Tyvek ein Wasserzeichen einbauen oder gar den berühmten Silberstreifen ? Diese Projekte wurden dann Ende der 80er Jahre eingestellt, da auch Fälschungen dieser Banknoten in den Umlauf kamen und die ausgebenden Stellen an Glaubwürdigkeit verloren. Als auch Fälschungen von Kreditkarten so langsam in den Umlauf kamen, bediente man sich neuer Techniken, wie Magnetstreifen und Hologrammen. Eine weitere Version eines Fälschungsschutzes war die Erfindung des OVD´s (Optical Variable Devices ). Dieses OVD ist heute aus dem Bereich Banknotenfälschungssicherheit kaum noch wegzudenkenden. Die Australische Reserve Bank entwickelte unter strenger Geheimhaltung in einer Entwicklungszeit von 15 Jahren eine Plastikfilmnote, welche wir heute Polymerbanknote nennen. Auf diesem Material, Guardian genannt, ist es nun möglich alle bekannten Fälschungsmerkmale wie Guillochieren, Mikroschrift, Wasserzeichen, Silberstreiben, Magnetschrift und eben diese OVD´s unter- und einzubringen. Leider liegen die Herstellungskosten dieser polymeren Banknoten um ein vielfaches höher als für Papierbanknoten, jedoch im Gegensatz zu ihnen liegt die Lebensdauer um 3 bis 4 mal höher. Weiterhin trägt eine Papierbanknote nicht nur die Fingerabdrücke seines Vorbesitzers, sondern auch dessen Hautschuppen und somit auch seine Keime und Krankheitserreger. Da Papier mikroskopisch eine raue Oberfläche besitzt, können sich Keime in diesen kleinen Hohlräumen festsetzen und in tropischer Umgebung sogar vermehren. Bisher wurde aber nicht bestätigt, dass Krankheiten oder Epidemien über Papiergeld verbreitet wurden, jedoch besteht diese Möglichkeit in den tropischen Ländern dieser Erde bestimmt. Keime und eben Erreger können auf einer Plastikbanknote nicht überleben, denn dieses polymere Material stößt Wasser, Fette und Schmutz ab, ist somit hygienischer und lässt sich nicht zerreißen. Das sind auch die Gründe des Siegeszuges der polymeren Banknoten in asiatischen und arabischen Ländern. Ob diese Banknoten bei den Einwohnern beliebt sind oder nicht, ist ungewiss. „ Non Olet“ ( Geld stinkt nicht ) sagten schon die Römer. Heute, wenn Sie diesen Katalog in Ihren Händen halten, gibt es derzeit 120 verschiedene Plastikbanknoten auf dieser Erde. Somit ein breitgefächertes Sammelgebiet zu vielen Themen. Auch wenn Australien als Erfinder der polymeren Banknoten stark hervortritt, folgen viele Länder diesem Beispiel und ersetzen ihre Banknotenserie durch Polymer, um Kosten zu sparen. Denn gerade in den ärmeren Ländern sollten Banknoten eine längere Lebensdauer haben, wo sie täglich etwa zehn mal den Besitzer wechseln. Hinzu kommt, dass Polymerbanknoten wesentlich fälschungssicherer sind als papierne. Überlegungen in Indien Polymerbanknoten herzustellen wurden verworfen. Indien zählt zu den Ländern mit dem höchsten Vorkommen an gefälschten Banknoten und sollte sich daher überlegen, seine Banknoten auf der Basis von Polymer herzustellen, jedoch fehlen der Staatsbank die finanziellen Mittel.
Weiterlesen und DownloadVeröffentlichung im NNB 2006 Heft 6 - Seite 258-259







